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Arztpraxen in Frankfurt am Main mit dem Schwerpunkt HIV und AIDS

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AIDS - HIV,  was ist das ?

Der Begriff AIDS ist die Abkürzung für »Acquired Immune Deficiency Syndrome«, also für eine erworbene Abwehrschwäche des Körpers. Diese Abwehrschwäche wird durch das Immunschwächevirus HIV (Human Immunodeficiency Virus = Menschliches Immunschwächevirus) verursacht.

Das HI-Virus hat die Fähigkeit, bestimmte Zellen anzugreifen, die für die körpereigene Abwehr von Krankheitserregern zuständig sind. Das Virus dringt in diese Zellen ein und bringt sie dazu, neue Viren zu produzieren. Dadurch können die betroffenen Zellen ihre Abwehrfunktion nicht mehr erfüllen und werden schließlich zerstört. Das Immunsystem kann HIV nicht aus dem Körper entfernen, obwohl einige Wochen nach der Infektion Abwehrstoffe (Antikörper) gegen das eingedrungene Virus gebildet werden. Es gelingt ihm dadurch lange, sich gegen HIV zu wehren, doch irgendwann ist das Immunsystem der Übermacht der Viren nicht mehr gewachsen und bricht zusammen. Hierzulande ist dies durchschnittlich nach 10 – 11 Jahren der Fall.

Ein Mensch, dessen Immunsystem bedingt durch das HI-Virus zusammengebrochen ist, der sich also im Vollbild AIDS befindet, ist einer Vielzahl von Krankheitserregern ausgesetzt, ohne sich wehren zu können. Diese Erreger, mit denen der menschliche Organismus normalerweise meist fertig wird, führen bei dem durch HIV wehrlosen Körper zu schweren Krankheiten (den sogenannten opportunistischen Infektionen) und schließlich zum Tod.

 

Herkunft des HI-Virus

Das Auftreten von AIDS wurde 1981 zum ersten Mal beschrieben. Es stellt sich die Frage, ob es die Erreger vorher schon gegeben hat und wo sie eigentlich herkommen? Wir können diese Frage nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Wir wissen aber, dass es Verwandte der beiden menschlichen HI-Viren gibt, die AIDS-ähnliche Krankheiten bei Tieren auslösen, zum Beispiel bei Affen, Katzen, Rindern, Pferden, Ziegen und Schafen. Die menschlichen HI-Viren sind folglich Teil einer größeren Viren-Familie.

Für den nächsten Gedankenschritt müssen wir uns ein wenig in die Tiefen der modernen Genetik begeben. Die Erbinformation aller Lebewesen besteht aus langen fadenförmigen Molekülen. Diese setzen sich aus einzelnen Bausteinen – sagen wir Buchstaben – zusammen, aus deren unterschiedlichen Kombinationen sich Wörter und Sätze für unsere Erbinformation ergeben. Die Anordnung dieser Buchstaben kann man heutzutage entschlüsseln. Und man weiß: Je größer die Verwandtschaft von zwei Organismen ist, desto ähnlicher ist die Anordnung ihrer Bausteine in der Erbinformation.

Vergleicht man nun die Erbinformation von zwei Organismen miteinander und zählt die Veränderungen, so erhält man deren Abstand in der Entwicklungsgeschichte: Je größer die Unterschiede, desto weniger eng ist die Verwandtschaft.

Auf diese Art kann man auch die Verwandtschaft der verschiedenen menschlichen und tierischen HI-Viren bestimmen. Es stellt sich heraus, dass der engste Verwandte des HIV-1 nicht etwa das HIV-2 ist, sondern ein Virus, das eine AIDS-Erkrankung bei Schimpansen auslöst. Umgekehrt sind die engsten Verwandten des HIV-2 jene Viren, die die beiden Affenarten Makaken und Mangaben befallen.

Ganz offensichtlich haben Affen-Viren und menschliche HI-Viren gemeinsame Vorläufer: In Zentralafrika entwickelte sich jene Virengruppe, mit der sich Schimpansen und Menschen infizieren können. In Westafrika entwickelte sich die andere Virengruppe, die man in infizierten Makaken, Mangaben und leider auch in Menschen findet.

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Erbinformation der Viren verändert, ist bekannt. So konnte man zurückrechnen, wann diese Aufspaltung in zwei Virengruppen wohl erfolgt ist – nämlich vor etwa 200 Jahren. Damals hat sich ein gemeinsames Vorläufervirus in zwei ähnliche Linien aufgespaltet, aus denen die heutigen AIDS-Viren HIV-1 und HIV-2 hervorgegangen sind. Sicherlich waren die Viren ursprünglich auf kleine Gebiete beschränkt. Erst die Erschließung Afrikas, der Straßenbau und das Wachstum der großen Städte haben die afrikanische Bevölkerung so durchmischt, dass AIDS zu einer Massenkrankheit wurde. Wegen der schlechten medizinischen Versorgung in Afrika und der damit verbundenen niedrigen Lebenserwartung wurde die damals neue Krankheit aber zunächst nicht erkannt.

Mitte der 70er Jahre ging eine über tausendköpfige Gruppe von jungen gesunden Männern aus der Karibik nach Zaire in Afrika, um dort zu arbeiten. Selbstverständlich hatten sie dort auch sexuelle Kontakte und steckten sich – absolut ahnungslos – an. Scheinbar gesund kehrten sie nach geraumer Zeit zu ihren Frauen und Mädchen in die Karibik zurück und gaben – wiederum ahnungslos – das Virus weiter. Einige von ihnen arbeiteten auch als Stricher, so dass Homosexuelle aus New York und San Francisco, deren Hauptferienziel die karibische Inselwelt war, sich – auch wieder ahnungslos – ansteckten. 1981 starben in den USA die ersten jungen Männer an der neuen Krankheit AIDS, die, wie man allerdings erst 1983 herausfand, durch das HI-Virus ausgelöst wird. Richtig versteht man das erst, wenn man weiß, dass es nach einer erfolgten Infektion durchschnittlich zehn Jahre dauert, bis die Krankheit AIDS ausbricht.

Weniger bekannt ist, dass inzwischen in der Karibik Männer und Frauen gleich stark infiziert sind. Dies gilt auch für Südamerika, Afrika und Asien. Ebenso zeigt sich in der westlichen Welt immer deutlicher, dass sich das HI-Virus zunehmend auf heterosexuellem Weg in der Bevölkerung verbreitet. Die ursprünglichen Hauptbetroffenengruppen der Homosexuellen und Fixer nehmen prozentual bei weitem nicht mehr so stark zu wie die Gruppe der Frauen. Die HIV-Infektion ist damit ein Problem, das die gesamte Bevölkerung betrifft.

Die stetig ansteigenden Zahlen fordern jeden von uns auf, für seinen persönlichen Bereich alles zu tun, dass das Virus nicht weiter verbreitet wird. Ebenso wichtig ist es, dass die Opfer des Erregers und der Krankheit nicht allein gelassen werden.

 

Das Virus HIV und sein Vermehrungszyklus

HIV ist die Abkürzung für den englischen Begriff Human Immunodeficiency Virus (deutsch: Menschliches Immunschwächevirus). Wie alle anderen Viren auch muss HIV in die Zellen seines Wirts, also des menschlichen Körpers, eindringen, um sich zu vermehren.

Innerhalb der Zellen durchläuft das Virus einen mehrstufigen Prozess, an dessen Ende die Produktion neuer Viren steht. Um die Wirkungsweise von Medikamenten gegen HIV zu verstehen, ist es notwendig, die einzelnen Schritte der Virusvermehrung nachzuvollziehen.

 


Der Vermehrungszyklus von HIV

Wenn HIV in eine Zelle eindringt, wird zuerst seine Erbsubstanz freigelegt. Das ist ein Strang von Molekülen, auf dem alle Informationen zum Bau neuer Viren gespeichert sind. Durch ein viruseigenes Enzym (spezieller Eiweißstoff, der chemische Prozesse im Körper oder in den Zellen steuert) wird die Erbsubstanz zunächst verdoppelt. Dieses Enzym heißt Reverse Transkriptase. In der verdoppelten Form wird die genetische Information für den Bau von HIV in den Kern der infizierten Zelle eingebaut. Dadurch wird die Zelle praktisch gezwungen, die einzelnen Bausteine von HIV in großer Zahl herzustellen. Diese Bausteine sind lange Ketten von Proteinen (Eiweißstoffe) und Enzymen. Bevor daraus aber neue, funktionstüchtige Viren entstehen können, müssen diese Ketten von einem anderen Enzym des Virus, der Protease, in kürzere Teile „zerschnitten“ werden. Aus diesen vorbereiteten Bausteinen entstehen dann viele neue Viren, welche die Zelle verlassen und andere Zellen infizieren. Auf diese Weise breitet HIV sich im Körper aus.

Jeden Tag werden bis zu 10 Milliarden (10.000.000.000) neue Viren gebildet! In der Frühphase kann das Immunsystem die Viren größtenteils vernichten, aber im Laufe der Zeit gewinnen die Viren die Oberhand und zerstören das Immunsystem

(Text und Bild entnommen aus der Broschüre Crixivan von MSD)

 

 

 

AIDS–Erreger, Erkrankung, Symptome

Erreger

Das HI-Virus befällt vor allem jene Zellen, die für die körpereigene Abwehr von Krankheiten verantwortlich sind: die großen Fresszellen (Makrophagen) und die T-Helfer-Zellen. Es können jedoch auch andere Zellen befallen werden, besonders im Darm und im Gehirn.

 

Das HI-Virus kann übertragen werden, wenn Blut, Sperma oder Scheidenflüssigkeit auf offene Hautverletzungen (frische Wunden, Pilzinfektionen, Geschlechtskrankheiten, Ekzeme) oder auf Schleimhäute (z. B. Scheide, Penis, Mund, Enddarm) kommt. Speichel, Schweiß, Tränen, Urin und andere Körperausscheidungen enthalten weit weniger Viren und kommen daher für eine Infektion praktisch nicht in Betracht.

Die Erbinformation des Virus wird in den Kern der befallenen Zellen eingebaut und kann dann nicht mehr von der zelleigenen Erbinformation unterschieden werden. Die Wirtszelle wird dadurch umprogrammiert und produziert neue Viren. Bei einer Zellteilung wird außerdem die Erbinformation des Virus an beide Tochterzellen weitergegeben. Deshalb verbleibt die Erbinformation lebenslang im Körper des infizierten Menschen und macht die vollständige Heilung bislang unmöglich.

Erkrankung

Auch wenn sich jemand mit HIV angesteckt hat, bleibt er noch längere Zeit weitgehend gesund, während das Virus langsam seine Abwehrkräfte zerstört. Nach durchschnittlich zehn Jahren ist dieser Schaden so groß, dass das Immunsystem zusammenbricht. Der Infizierte wird das Opfer verschiedener Infektionskrankheiten, die einem gesunden Menschen in der Regel nichts anhaben können. In diesem Stadium spricht man davon, dass sich der Patient im Vollbild AIDS befindet.

Obwohl man noch nicht über einen längeren Beobachtungszeitraum verfügt (die Erkrankung wurde 1981 entdeckt), muss man davon ausgehen, dass fast jeder HIV-Infizierte früher oder später auch AIDS entwickelt. Die Dauer der Latenzzeit (= Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) hängt möglicherweise auch von der Virusmenge ab, mit der der Infizierte angesteckt wurde. Diese ist beispielsweise bei Ansteckungen durch eine Bluttransfusion besonders hoch. Außerdem kann die Latenzzeit auch von den verschiedenen Virusstämmen abhängen, sowie von der gleichzeitigen Anwesenheit anderer Krankheitserreger, wie z. B. Herpes-Viren. Auch die Lebensführung (zusätzliche Belastungen) kann Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben.

Symptome

Innerhalb der ersten Wochen nach der Ansteckung mit dem HI-Virus können Symptome auftreten, die an eine Grippe erinnern (Fieber, Hautausschlag, Lymphknotenschwellungen). Sie vergehen jedoch bald wieder und es schließt sich eine jahrelange, klinisch symptomfreie Phase an. Nur durch genaue Untersuchungen lassen sich die im Körper stattfindenden massiven Auseinandersetzungen mit dem Virus feststellen. Dieser symptomfreien Zeit folgen die AIDS-Vorstadien, die als Lymphadenopathie-Syndrom (LAS, chronische Lymphknotenschwellungen) und als AIDS-Related Complex (ARC) (mit Allgemeinsymptomen wie Fieber, Durchfälle, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme und gelegentlich Persönlichkeitsveränderungen) bezeichnet werden. Wichtig zu wissen ist, dass all diese Symptome auch bei anderen Krankheiten auftreten können, also keinesfalls einen zwangsläufigen Rückschluss auf eine HIV-Infektion zulassen. Diese kann nur durch den HIV-Test festgestellt werden.

Im Endstadium der HIV-Infektion, der AIDS-Erkrankung, kommt es zu einem nahezu völligen Zusammenbruch der körpereigenen Abwehr. Erreger, die bei einem gesunden Menschen keine Erkrankung oder zumindest nur ganz harmlose Infektionen auslösen, sind für Menschen mit einer fortgeschrittenen Abwehrschwäche lebensgefährlich, weil sich die Erreger ungehindert vermehren können. Viren, Bakterien und Pilze haben nun die Gelegenheit, Infektionen und Erkrankungen auszulösen (sog. opportunistische Infektionen). Da unser Abwehrsystem nicht nur Krankheitserreger vernichtet, sondern auch Krebszellen, ist nachvollziehbar, dass AIDS-Patienten auch vermehrt unter Krebs leiden können. Besonders häufig findet man im Zusammenhang mit AIDS das Kaposi-Sarkom, einen sonst sehr seltenen Hautkrebs, bestimmte Formen von Blutkrebs (Lymphome) und Gebärmutterhalskrebs.

Behandlung der HIV-Infektion

Eine Infektion mit dem HI-Virus ist bis heute leider immer noch nicht heilbar, jedoch behandelbar. Trotz intensiver Bemühungen in der Forschung konnten bislang weder Impfstoffe noch Medikamente gefunden werden, welche das Virus gänzlich an der Vermehrung hindern oder es völlig aus dem Körper entfernen. Es gibt jedoch eine Reihe von Medikamenten, welche die Vermehrung von HI-Viren hemmen und den Krankheitsverlauf verzögern können.

Zwischen der Ansteckung mit HIV und dem letzten Stadium der Erkrankung, das AIDS genannt wird, liegt eine individuell unterschiedlich lange Zeit. Zehn Jahre nach der Infektion sind 50%, 14 Jahre danach 69 % der infizierten Menschen im Vollbild AIDS. Ca. 8% der infizierten Menschen haben jedoch sogar 15 Jahre nach der Infektion noch keine Anzeichen einer Erkrankung.

AZT (Zidovudin/Retrovir) war das erste Medikament, das die Vermehrung des Virus in den befallenen Zellen hemmt und so den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst. Mittlerweile gibt es ca. 16 Medikamente, die auf verschiedenen Wegen gegen das Virus wirken. Es hat sich gezeigt, dass die Behandlung mit nur einem Medikament schnell ihre Wirkung verliert, da das Virus gegen das Medikament resistent wird. Eine Kombinationstherapie mit 3 (oder mehr) Medikamenten bietet deutlich bessere Möglichkeiten, die Vermehrung des Virus auf längere Zeit zu unterdrücken. Welche Kombination hier für den jeweiligen Patienten die wenigsten Nebenwirkungen zeigt und am besten verträglich ist, sollte mit einem hierauf spezialisierten Arzt besprochen werden.

Ist das lmmunsystem eines infizierten Menschen bereits geschädigt, kann man neben der Hemmung der Viren selbst auch gegen die Krankheiten etwas tun, die aufgrund des geschwächten Immunsystems nun eher die Chance haben, anzugreifen (opportunistische Infektionen). Gegen eine bei fortschreitender HIV-Infektion häufig auftretende Lungenentzündung durch Parasiten (PcP = Pneumocystis carinii Pneumonie) kann beispielsweise vorbeugend inhaliert oder können Tabletten eingenommen werden. Auch gegen andere opportunistische Infektionen wie Toxoplasmose oder Kryptokokkose ist eine vorbeugende Behandlung möglich. Die meisten Infektionen durch Pilze, Bakterien oder Parasiten und Viren können mit wirksamen Medikamenten behandelt werden.

Bei alledem ist es aber wichtig, zu wissen, dass die meisten im Verlauf der HIV-Infektion auftretenden Erkrankungen auch andere Ursachen haben können. Die Tatsache, dass z. B. Gürtelrose gehäuft bei HIV-Patienten auftritt, bedeutet nicht, dass jeder Patient mit einer Gürtelrose auch HIV-positiv ist!

Wann (be-)handeln?

Der Wissenszuwachs über die HIV-Infektion in den letzten Jahren war enorm. Es gab und gibt eine Flut von Informationen über die antiretrovirale Therapie. Aber noch immer ist nicht geklärt, wann der günstigste Zeitpunkt für den Beginn einer Behandlung ist.

Um es schon vorab zu sagen: eine eindeutige Klärung wird es wohl auch nicht geben, denn viele Faktoren beeinflussen die Entscheidung, sowohl medizinische als auch persönliche. Hilfestellungen kann hier der behandelnde Arzt, evtl. auch andere Ärzte, andere HIV-Positive, AIDS-Beratungsstellen etc. leisten.

Jeder Patient muss – nach Abwägung aller Argumente – selbst entscheiden, ob er sich einer Therapie unterzieht oder nicht; ob er sie gleich beginnen oder lieber noch warten möchte, denn die Compliance des Patienten, d.h. die Therapietreue, ist ein wichtiger Faktor für den Therapieerfolg.

Auf die Therapie muss man sich vorbereiten, man muss sie akzeptieren und wollen, denn sie bedeutet eine regelmäßige Tabletteneinnahme mehrmals täglich, durchgängig jeden Tag, in allen Lebenslagen mit individuell unterschiedlicher Verträglichkeit und eventuellen Nebenwirkungen.

Kontroll-Untersuchungen

Die Wirkung der Kombinationstherapie lässt sich durch verschiedene spezielle Laborwerte und die Viruslastbestimmung inzwischen gut verfolgen und hilft dem behandelnden Arzt, gemeinsam mit dem Patienten Beginn, Änderung oder Fortsetzung der Kombinationstherapie zu bestimmen. Ein frühzeitiges Wissen um die HIV-Infektion (durch einen Test) kann besonders durch diese neuen Möglichkeiten im Interesse des Patienten liegen, um den richtigen Zeitpunkt für eine Therapie nicht zu verpassen.

Diese Kontrolluntersuchungen sind also wichtig und sollten regelmäßig durchgeführt werden! Zu den Kontrolluntersuchungen gehört die Bestimmung verschiedener spezieller Laborwerte, wie zum Beispiel der CD4 Zellen.

Seit einigen Jahren ist es zudem möglich, sowohl die im Blut zirkulierenden als auch die in den Zellen enthaltenen Viren mengenmäßig zu messen. Dieses Verfahren wird Viruslastbestimmung genannt (virusload) und kann nach unterschiedlichen molekularbiologischen Messverfahren durchgeführt werden. Der erfahrene Arzt kann so den Verlauf der HIV-Infektion kontrollieren und mit dem Patienten gemeinsam vorbeugende Behandlungen gegen opportunistische Infektionen oder den Beginn einer antiretroviralen Kombinationstherapie bestimmen. Wenn die Anzeichen der Schwächung des Immunsystems zunehmen, ist es so möglich, den Patienten vor typischen Infektionen, zum Beispiel vor einer Pneumocystis-Infektion der Lunge, zu schützen.

Weitere neuere Untersuchungsverfahren, wie z. B. die Bestimmung der Resistenzen gegen verschiedene Medikamente, machen es heute möglich, die Wirkung der Medikamente auf den einzelnen Patienten zu beobachten und so einen individuell zugeschnittenen Behandlungsplan zu erstellen.

Ausblick

Da die Hoffnungen auf einen wirksamen Impfstoff gegen das HI-Virus bislang und wohl auch in naher Zukunft unerfüllt bleiben werden, sind Prävention und die Entwicklung einer immer wirksameren und weniger belastenden Therapie realistische Hoffnungen im Kampf gegen das Virus.

Das zukünftige Konzept besteht in einer Dauerbehandlung mit mehreren verschieden wirkenden Medikamenten, so dass das Fortschreiten der Infektion und der Ausbruch der Krankheit aufgehalten wird

Um weiterhin Lust an der Lust haben zu können ist es wichtig, die Risiken einer HIV-Infektion ernst zu nehmen und Fakten zu kennen. Sie sollten wissen, warum es notwendig ist, sich zu schützen:

Weltweit sind inzwischen 42 Millionen Menschen mit HIV infiziert und allein im Jahr 2002 infizierten sich 5 Millionen Menschen neu. Die meisten Infektionen weltweit betrachtet sind auf eine Übertragung durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr zurückzuführen. Die Infektionsraten steigen am schnellsten in großen Teilen Asiens, Osteuropa und im südlichen Afrika. Allein 70 % der Menschen mit HIV und AIDS leben im südlichen Afrika (Sub-Sahara).

Von den Staaten der westlichen Welt sind die USA am stärksten betroffen. Die WHO schätzt für Westeuropa die Zahl der infizierten Erwachsenen auf über 570.000.

Für die Bundesrepublik Deutschland meldet das Robert-Koch-Institut seit Beginn der Epidemie bis Ende 2002 insgesamt ca. 60 000 HIV-Infizierte, die Gesamtzahl der AIDS-Erkrankungen seit Beginn der Epidemie liegt bei ca. 25 500.

Die Erfolge in der Therapie der HIV-Infektion haben zu einem Anstieg der Patientenzahlen und zu einer Verlängerung der Behandlung geführt. Eine Heilung oder Impfung, die den frühen Tod vieler junger Menschen verhindern, stehen jedoch in absehbarer Zeit nicht in Aussicht.

Etwa 2000 - 3000 Menschen werden in der Bundesrepublik jedes Jahr neu als infiziert gemeldet, darunter ein Frauenanteil von ca. 25 % - mit steigender Tendenz

 

Infektionsrisiken